Freiheit für Adel – Weil alles mit allem zu tun hat!

Ein Artikel der ARAB

Seit dem 30. Oktober 2013 sitzt Adel in der JVA Moabit in Berlin in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, dass er Polizeibeamte durch seine Gestiken beleidigt haben soll. Ihm wird vorgeworfen, dass er Rechtsradikale, die in Hellersdorf gegen ein Flüchtlingsheim gehetzt haben, als Nazis beschimpft haben soll und schließlich wird ihm vorgeworfen, dass er einem rechten Jugendlichen einen „Thors-Hammer“ abgenommen haben soll, woraus die Staatsanwaltschaft auch gleich einen Raub machte.

All das sind Vorwürfe, wofür man anscheinend ins Gefängnis kommt, wenn … ja wenn man ins Visier der staatsschützenden Polizeiarbeit gerät. Als Antifaschist mit migrantischen Wurzeln geriet Adel genau in dieses Visier. Wird die Antifa-Szene oft als Abenteuerurlaub für deutsche Mittelstandskids belächelt, bekommt sie doch einen sehr viel handfesteren Hintergrund, wenn sich die vom Alltagsrassismus Betroffenen selbst zur Wehr setzen. Das gefällt nicht jedem und vor allem gefällt es nicht den Menschen, die in den Behörden sitzen. Schließlich könnten sich ja auch andere daran ein Beispiel nehmen, sich zu Wort melden, unangenehme Fragen stellen oder darauf hinweisen, dass in diesem Land zehn Jahre lang eine Mörderbande ungestört ihrem Handwerk nachgehen konnte – angeblich unentdeckt vom Verfassungsschutz und sämtlichen Polizeidienststellen.

Adel war tagtäglich damit konfrontiert. Adel konnte sich nicht verstecken. Adel war das, was man in Polizeikreisen „prominent“ nennt und so wurde er besonders häufig von der Polizei besucht, durchsucht, kontrolliert und schikaniert. Ihm Rahmen einer dieser „Untersuchungen“ forderten ihn Beamte des Berliner Landeskriminalamts auf „ordentlich deutsch“ zu sprechen, oder gaben seiner Mutter den guten Rat „einen Deutschkurs zu machen.“ Aufgewachsen in Kreuzberg, hat Adel sicherlich keine Problem, sich in „ordentlichem Deutsch“ verständlich zu machen, was auch immer das sein soll und auch seine Mutter kann getrost auf solche Ratschläge verzichten. Was bleibt, ist der unangenehme Nachgeschmack, dass die Polizei sehr wohl darauf schaut, wie derjenige aussieht, den man da zu kontrollieren hat.

Schwarze Haare und dunkler Teint sind dabei offensichtlich, auch heute noch, nicht von Vorteil. Schon seit längerem wurden Adel und seine Freunde auf Schritt und Tritt, überwacht und abgehört. Seitdem er im letzten Sommer, nach einer Auseinandersetzung mit mehreren Neo-Nazis zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, ließ die Polizei nichts unversucht, ihm weitere Straftaten nachzuweisen, um aus der Bewährung einen Gefängnisaufenthalt zu machen. Trotz allem ließ er sich nicht dadurch einschüchtern, blieb auch weiterhin politisch aktiv, engagierte sich, setzte sich ein und auseinander, bis nun also die Falle zuschnappte.

Dass es sich bei den Tatvorwürfen allerdings nicht um Straftaten handelt, sondern um legitime Formen des Widerstands – geschenkt. Wenn das Straftaten sind, dann sind wir alle kriminell. Getroffen hat es einen – gemeint sind wir alle! Wir dürfen in diesen Zeiten unseren Freund Adel nicht alleine lassen. Zeigen wir unsere Solidarität und unseren Zusammenhalt, in dem wir ihn auch während seines Gefängnisaufenthaltes unterstützen. Zeigen wir unsere Entschlossenheit, in dem wir auch im Angesicht möglicher Strafandrohungen nicht zurück weichen.

  • Keinen Fußbreit den Faschisten!
  • Keinen Fußbreit den Rassisten!
  • Refugees are welcome. No Border – No Nation. Weil eben alles mit allem zusammen hängt.
  • Freiheit für Adel und alle politischen Gefangenen!
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