Schul- und Unistreik weitet sich aus!

Am 13. Februar 2014 findet ein Schul- und Unistreik für die Rechte der Geflüchteten statt. Die zentrale Kundgebung findet um 10 Uhr vor dem Roten Rathaus statt, von wo aus der Demonstrationszug über den Innensenat und die Jannowitzbrücke zum Oranienplatz marschieren wird.

„Wir sind zuversichtlich, dass diese Aktion die Bewegung der Geflüchteten stärken wird“, bekräftigte Antonia Marie, Schulsprecherin der Albert-Einstein-Oberschule. „An unserer Schule fanden in den letzten Tagen Vollversammlungen statt. Dort haben wir die SchülerInnen über die Hintergründe der Migration, die aktuelle Situation der Geflüchteten und ihren Protest und die Aktion am 13.02. informiert. Es waren auch Geflüchtete vom Oranienplatz anwesend, die von ihrer Erfahrung erzählten.“ In ähnlicher Form haben selbstorganisierte Streikkomitees an duzenden Schulen, unter anderem an der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Oberschule, der Sophie-Scholl-Oberschule und der Freien Waldorfschule Kreuzberg, Infoveranstaltungen organisiert.

„Ich hätte nie damit gerechnet, dass wir es durchbekommen, eine Vollversammlung für den Streik zu organisieren“, berichtete … von der Ernst-Reuther-Gesamtschule in Berlin-Wedding. „An unserer Schule hat es in den letzten Jahren schon zwei Abschiebungen gegeben und meine MitschülerInnen begrüßen die Initiative und werden mit uns streiken. Wir werden eine Spontandemonstration von unserer Schule organisieren, der sich weitere Schulen, wie das John-Lennon-Gymnasium anschließen werden.“ Er unterstrich: „Die PolitikerInnen und SchulleiterInnen, die den gerechtfertigten Protest der Refugees kriminalisieren, versuchen auch unsere Aktion zu verhindern. Wir wissen, dass SchülerInnen das Recht auf freie Meinungsäußerung haben, das ihnen niemand nehmen kann. Wir werden uns gegen jede willkürliche und übermäßige Bestrafung der Teilnahme am Schul- und Unistreik wenden, auch wenn die bisherige Erfahrung beweist, dass die Drohungen leere Worte bleiben.“

In ähnlicher Weise sind auch Zubringerdemonstrationen aus dem Weißensee, ausgehend von dem Streikkomitee an den Elisabeth-Schulen, und dem Prenzlauer Berg über die Kurt-Schwitters-Oberschule geplant. „In den letzten Wochen haben wir ein Theaterstück geprobt, welche eine Flucht multiperspektivisch darstellen und möglichst viele SchülerInnen sensibilisieren soll. In den verbleibenden Tagen werden wir unsere Anstrengungen verdoppeln, durch die Klassen gehen, von Schule zu Schule ziehen, damit die Aktion am Donnerstag ein bedeutendes Zeichen an die PolitikerInnen wird“, stellte David Stab vom John-Lennon-Gymnasium heraus.

Auch an der Universität wird Protest organisiert. So erläuterte Natalie Sandler, Studentin der Freien Universität: „Wir sind in den letzten Tagen durch zahlreiche Seminare und Vorlesungen gelaufen und haben die KommolitonInnen informiert, haben Flyer verteilt und Sticker und Plakate geklebt. An der Humboldt-Universität und der Freien Universität fanden öffentliche Infoveranstaltungen (Teach-ins genannt) statt, auf denen Geflüchtete über ihre Situation und die Perspektiven des Kampfes berichten konnten. Auf diese Aktionen bekamen wir unfassbar viel positive Rückmeldung.“

Neben der zentralen Demonstration finden auch Kundgebungen in Bremen und Stuttgart in Solidarität statt. In Duisburg, Düsseldorf und München sind ebenfalls Demonstrationen zu Schul- und Universitätszeit geplant.

„Das wird nicht unsere letzte Aktion sein. Wir planen schon weitere Vernetzungstreffen, damit der 13. Februar zu einem Startpunkt einer echten Bewegung wird, die die Geflüchteten verteidigt“, schloß Robert Sobota ab. „Die aufgebauten Strukturen wie Streikkomitees müssen weiterhin dafür sorgen, dass mehr SchülerInnen aktiv werden und sich politisieren. Besonders die Unterstützung gewerkschaftlicher AktivistInnen und Gruppierungen wie der Jungen GEW Berlin oder dem Bezirksjugendausschuss des DGB Berlin-Brandenburg, sowie von zahlreichen BasisgewerkschafterInnen und Betriebsräten macht uns Mut, das wir die dringend notwendige Solidarität ausweiten können. Bei uns besteht große Bereitschaft, mehr zu machen. “
Weitere Informationen: refugeeschulstreik.wordpress.com
E-Mail: refugeeschulstreikberlin@gmail.com

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