2.500 SchülerInnen und Studierende streiken für die Rechte der Geflüchteten

Am Donnerstag, den 13. Februar 2014 verließen SchülerInnen und Studierende ihre Klassenräume und Hörsäle, um für die Rechte der Geflüchteten und den Erhalt des Protestcamps am Oranienplatz zu streiken. SchülerInnen unterschiedlichsten Alters und Herkunft setzten ein deutliches Zeichen in der Berliner Innenstadt und machten deutlich, dass auch sie der Kampf der Geflüchteten etwas angeht.

„Wir möchten uns bei allen Anwesenden bedanken, besonders den SchülerInnen und Studierenden, dass sie diese Aktion zu einem großen Erfolg gemacht haben. In der angenehmen und fröhlichen Stimmung war die ganze Zeit klar, wie wichtig der gemeinsame Kampf gegen die unhaltbaren Lebensbedingungen der Geflüchteten ist.“, hob Max Kahler vom Bündnis Refugee Schul- und Unistreik Berlin hervor. „Wir konnten unseren Protest auf die Straße tragen, auch wenn SchulleiterInnen ihre Schulen blockierten und SchülerInnen am Hinausgehen hinderten, PolitikerInnen den Streik untersagten und die Polizei hart gegen einige TeilnehmerInnen vorging.“, so Kahler weiter.

Von Beginn an provozierte die Polizei, verbot SchülerInnen die Teilnahme an der Demonstration und führte unbegründete Kontrollen durch. Am Ende der Demonstration kam es zu sieben Festnahmen von größtenteils minderjährigen SchülerInnen. Am Ende des Tages wurden alle freigelassen und von mehr als 50 Demonstrierenden vor der Gefangenensammelstelle in Berlin-Tempelhof in Empfang genommen. Im Anschluss an die Demonstration in München gab es auch für die Gefangenen eine Solidaritätsdemonstration mit 50 Teilnehmenden. Auf einer spontanen Versammlung am Potsdamer Platz zum gleichen Thema gab es ebenfalls zahlreiche Festnahmen. Am John-Lennon-Gymnasium in Berlin-Mitte hinderte der Schulleiter J. Pfeiffer die SchülerInnen in der Hofpause, die Schule zu bestreiken, indem er die Tür verschloss und sich vor sie stellte. „Das ganze Foyer war voll und wollte zum Streik, doch der Schulleiter ließ uns nicht. Zum Glück haben einige von uns es am Ende doch noch geschafft.“, erläutert Markus Rachling, der die Schule besucht.

„Wir verurteilen das überharte Verhalten der Polizei, die ein weiteres Mal versucht, SchülerInnen, Studierende und soziale AktivistInnen einzuschüchtern.“, stellte Rabea Linde klar. „Die Geflüchteten am Oranienplatz und in der benachbarten Schule in der Ohlauer Straße müssen diese Schikanen täglich erdulden. Deswegen sind wir auch auf die Straße gegangen und haben das Ende von Polizeirepression gegen Geflüchtete gefordert.“

Bei strahlendem Sonnenschein wurden Parolen wie „Say it loud, say it clear: Refugees are welcome here“ gerufen und Banner mit Aufschriften wie: „Bleiberecht für Alle“ hochgehalten. Zahlreiche SchülerInnen hielten Redebeiträge, um von dem Mobilsierungen an ihrer Schule zu berichten: „Unser Streikkomitee hat eine Vollversammlung, Infostände und eine Zubringerdemonstration organisiert.“, berichtet Nina Jansen von den Elisabeth-Schulen. Diese zubringerdemonstration hatte sich mit auf der Greifswalder Straße weiteren streikenden SchülerInnen unter anderem von der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Oberschule angeschlossen, um dann mit 400 SchülerInnen zu der Auftaktkundgebung zu stoßen. Sahra Richter von der Sophie-Scholl-Oberschule: „Als wir heute durch die Klassen gegangen sind, um SchülerInnen spontan für den Streik zu gewinnen, wussten bereits viele, worum es geht. So konnten wir eine Spontandemonstration mit 50 SchülerInnen organisieren, die zum Roten Rathaus lief.“

Karum Sakhivari von der Ernst-Reuther-Oberschule im Wedding: „Wir freuten uns besonders über die Anwesenheit von Geflüchteten vom Oranienplatz und der Schule in der Ohlauer Straße. Auch sie waren begeistert von unserer Aktion. Wir glauben, dass der Streik ein wichtiger Schritt war, aber dass noch ein langer Weg vor uns steht. Wir fordern weiterhin die Abschaffung der Residenzpflicht, volle BürgerInnenrechte für die Geflüchteten und den Erhalt des Protestcamps am Oranienplatz. Die Parteien der Großen Koalition können weiter hetzen – wir werden immer mehr.“
Die Zubringerdemonstration von seiner Schule brachte 200 kämpferische SchülerInnen geschlossen zur Demonstration und eine Vollversammlung mit Geflüchteten im Vorfeld sensibilisierte die SchülerInnen, die selbst schon Abschiebungen erleben mussten.

Auch in anderen Städten fanden Demonstrationen und Kundgebungen statt, wie in München, Stuttgart, Bremen, Duisburg und Düsseldorf. Das Bündnis plant weitere Aktionen und lädt alle Interessierten SchülerInnen, Studierenden, Auszubildende, junge ArbeiterInnen und AktivistInnen dazu ein, das nächste Treffen am Dienstag um 18 Uhr im Versammlungsraum in den Mehringhöfen (Gneisenaustr. 2a) zu besuchen.

Bei Nachfragen bitte an refugeeschulstreikberlin@gmail.com oder telefonisch an: Bündnistelefon oder 015125815064

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