Was geht eigentlich grad in Frankreich ab?

Hier ein kleiner Überblick, was gerade in der Presse über die sog. „Nuit debout“ berichtet wird:

http://www.jungewelt.de/2016/04-09/013.php?sstr=Nuit|debout

http://www.taz.de/Protest-in-Frankreich/!5291994/

http://www.taz.de/Neue-soziale-Bewegung-in-Frankreich/!5289957/

„Diese Bewegung ist die wichtigste der letzten Jahre“

 

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Pressespiegel zum Schulstreik am 24.04.2015

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GEW unterstützt Anliegen des Schul- und Uni-Streiks am 13.02.2014

Der Landesvorstand der GEW BERLIN hat auf seiner Sitzung am 27.01.2014 folgenden Beschluss zum für den 13.02.2014 geplanten Schul- und Unistreik gefasst:

„Die GEW BERLIN unterstützt das Vorhaben, sich für die Belange der Geflüchteten einzusetzen, die nach einer oft lebensgefährlichen Flucht aus Ländern, in denen sie von Krieg und Hunger bedroht sind, unter unmenschlichen Bedingungen leben müssen. Ihnen werden grundlegende demokratische Rechte, wie die freie Wohnungswahl oder die Teilnahme an Versammlungen, entzogen. Viele müssen jahrelang auf die Beantwortung ihres Asylantrages warten, der in vier von fünf Fällen abgelehnt wird.

Die GEW BERLIN empfiehlt die Gelegenheit zur aktuellen und praktischen Ausgestaltung z.B. des Politikunterrichts wahrzunehmen, die Situation von Geflüchteten im Unterricht zu thematisieren und vor Ort bei den geplanten Protesten am 13.02.2014 erfahrbar zu machen und auszuwerten. Wir rufen die Lehrkräfte und die Schulleitungen auf, gegen teilnehmende SchülerInnen keine Sanktionen vorzunehmen.“

»Sehr positive Rückmeldung aus der Gewerkschaft GEW«

http://www.jungewelt.de/2014/02-04/039.php
Berliner Schüler planen Schulstreik, um das Protestcamp der Geflüchteten am Oranienplatz in Kreuzberg zu verteidigen. Ein Gespräch mit Robert Sobota

Interview: Wladek Flakin
Robert Sobota (19) ist Aktivist der linken Schülergruppe »Red Brain«. Er ist Mitorganisator des Schulstreiks.

Seit über einem Jahr existiert das Protestcamp der Flüchtlinge am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg. Der Innensenator hatte die Räumung zum 18. Januar angekündigt, die Drohung wurde jedoch ausgesetzt. Wie ist der jetzige Stand?

Das Protestcamp wird von den Politikern nicht gerne gesehen. Nach der ersten angedrohten Räumung durch den Bezirk kam es zu einer großen Solidaritätswelle – die Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) mußte zurückrudern. Innensenator Frank Henkel (CDU) scheiterte dann mit dem Versuch, das Camp am 18. Januar von der Stadt räumen zu lassen, weil sich die SPD dagegen stellte. Jetzt wurde eine Kommission eingesetzt, die einen Konsens erarbeiten soll.

CDU und SPD haben den Geflüchteten nichts anzubieten. In Hamburg und München, wo die SPD regiert, wird hart gegen Leute wie sie vorgegangen. Die CDU verteilte am 17. Januar sogar Flugblätter am Oranienplatz, die vor einer »Seuchengefahr« warnten! Angeblich sorgen sie sich um die Lebensbedingungen im Camp, doch sie ignorieren die Forderungen der Menschen dort: Bleiberecht, Recht auf Arbeit und Bildung, Schließung aller Lager.

Es wird argumentiert, das Camp belaste die Anwohner. Stimmt das?

In unserer Gruppe gibt es einige, die direkt neben dem Camp am Moritzplatz zur Schule gehen. Dort wird das Camp sehr positiv gesehen: Flüchtlinge waren beim Weihnachtsfest auf dem Schulhof dabei, und viele Schüler besuchen regelmäßig die Solidaritätsdemonstrationen. Die aggressive Stimmung kommt hauptsächlich aus den bürgerlichen Medien.

Was planen Sie zur Unterstützung der Geflüchteten?

Wir wollen einen Streik an Berliner Schulen und Universitäten organisieren, er soll am 13. Februar um 10 Uhr beginnen. Dazu hatten wir schon mehrere Vorbereitungstreffen, auf denen bis zu 50 Leute anwesend waren. Wir wollen Streikkomitees aufbauen, die an Ort und Stelle Informationsveranstaltungen organisieren können.

Täglich bekommen wir Nachrichten auf Facebook von interessierten Schülern. Mit unserer Route vom Roten Rathaus über den Sitz vom Innensenator zum Oranienplatz wollen wir den Schulalltag lahmlegen und ein Zeichen dafür setzen, daß sich Schüler für die Interessen der Geflüchteten einsetzen.

Woher kam diese Idee?

Wir haben uns vom 12. Dezember in Hamburg inspirieren lassen (jW berichtete). Nach einer großen Protestbewegung für Menschen, die über Lampedusa geflüchtet waren, gab es dort einen Schulstreik mit bis zu 5000 Teilnehmern. Diese Aktion hat die Bewegung gestärkt und die Schüler politisiert.

Wer unterstützt die Aktion?

Den Anstoß gaben die Jugendgruppen, die in den vergangenen Monaten die Streiks der Lehrer unterstützt hatten. In kurzer Zeit ist eine große Zahl Schüler, Studierende und linke Aktivisten hinzugestoßen. Wir haben sehr positive Rückmeldungen von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bekommen, die unseren Streik unterstützen will. Vor allem die Kollegen aus der »Jungen GEW« helfen uns dabei, daß die Schüler nicht bestraft werden, wenn sie von ihrem demokratischen Recht auf Protest Gebrauch machen.

Dürfen Schüler überhaupt streiken?

Schüler müssen streiken. Die Unterstützung für die Rechte der Geflüchteten darf nicht auf einige wenige beschränkt bleiben. Wir brauchen eine breite Bewegung, wie es sie in Hamburg oder auch teilweise in München gegeben hat. Dort hatten auch Teile der Gewerkschaften die Forderungen der Geflüchteten aufgegriffen.

Die GEW in Hamburg hat zum Beispiel den Schulstreik verteidigt, indem sie die Schulen zu maßvollem Handeln bei Fehltagen aufgefordert hat und ihren Mitgliedern vorschlug, am Streiktag »praxispolitischen Unterricht« mit Demonstrationsteilnahme zu geben. Die einzige Folge wäre die Eintragung eines Fehltages – ansonsten steht das Recht auf Versammlungsfreiheit aus dem Grundgesetz über dem der Schulpflicht aus dem Landesgesetz. Schüler und Studierende müssen auf die Straße gehen, damit die Geflüchteten nicht alleine stehen.

Das Interview erschien am 05. Februar in der Tageszeitung junge Welt